Geschichte der Lima-Liturgie

Die Lima-Liturgie ist ein eucharistischer Gottesdienst (Abendmahlsgottesdienst), der in einer von mehreren denkbaren liturgischen Formen die ekklesiologische Konvergenz über die Eucharistie zum Ausdruck bringt, die in dem Text Taufe, Eucharistie und Amt (BEM) von Glauben und Kirchenverfassung enthalten ist. Die Liturgie wird so genannt, weil sie zum ersten Mal auf der Tagung des Plenums der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung 1982 in Lima, Peru, verwendet wurde. Auf jener Tagung wurde der Text auch zur Weitergabe an die Kirchen gebilligt und wurden diese um offizielle Stellungnahmen gebeten.

Die Lima-Liturgie ist aufgrund ihrer Verwendung bei internationalen ökumenischen Zusammenkünften, besonders auf den ÖRK-Vollversammlungen in Vancouver (1983) und Canberra (1991), wohl bekannt. Sie wird aber auch auf nationaler und örtlicher Ebene häufig eingesetzt. Ein bekannter deutscher Ökumeniker hat gesagt, es gebe mehr Christen, die ihr Wissen über BEM aus ihrer Teilnahme an der Lima-Liturgie bezögen, als solche, die BEM tatsächlich gelesen hätten.

Auch wenn die Lima-Liturgie von Kommissionsmitgliedern und Mitarbeitenden in Glauben und Kirchenverfassung geschrieben wurde, so ist sie doch – im Gegensatz zu BEM - nie offiziell von Glauben und Kirchenverfassung „angenommen" worden. Sie nimmt auch nicht für sich in Anspruch, die ekklesiologischen Probleme zu lösen (insbesondere im Zusammenhang mit dem ordinierten Amt), die verhindern, dass alle Christen gemeinsam vor den Tisch des Herrn treten.

Als erläuternder Text ist die Lima-Liturgie umfassend und komplex (zwei Epiklesen!) und muss in der Regel für den tatsächlichen Gebrauch gekürzt und vereinfacht werden. Vorschläge hierfür enthält Max Thurians Einführung in den Text.

1995 wurde im Ökumenischen Institut in Bossey ein Seminar/Arbeitskreis für Liturgen/innen, Theologen/innen, Pastoren/innen und Kirchenmusiker/innen veranstaltet, um auf die Ursprünge der Lima-Liturgie zurückzublicken und über die – bald 25-jährige - Erfahrung derer zu reflektieren, die die Liturgie verwenden können (siehe Eucharist Worship in Ecumenical Contexts: The Lima Liturgy – and Beyond, hrsg. von Thomas F. Best und Dagmar Heller, Genf, ÖRK-Verlag, 1998).